WUWEG

Stark gegen Sucht im Alltag

Seit fünf Jahren führt die Fachgruppe wuweg Suchtpräventionstage an der Glarner Oberstufe durch. Hier erfahren Jugendliche, wie man Genuss, Missbrauch und Sucht erkennt und welche Schutzfaktoren es gibt. Ein Augenschein am 9. September im Buchholz.

 „Wer von Euch glaubt, dass wir schon genug über das Thema wissen? Wer meint, man solle möglichst wenig über Drogen erzählen, um niemanden zum Konsum zu verleiten? Wer denkt, er oder sie wäre gerne besser informiert, um die Gefahr abschätzen zu können?“

Die überwiegende Mehrheit der Schüler/Innen plädiert für die letzte Aussage.

Die 2. Sekundarklassen am Glarner Schulhaus Buchholz von Bruno Lacher und Sämi Zingg absolvieren am 9.9. ihren Suchtpräventionstag mit der Fachgruppe wuweg. Die Lehrpersonen dürfen für einmal zuhören. Auch Schulsozialarbeiterin Kathrin Kuersteiner ist anwesend.

Im ersten Vormittagsteil erhalten die Wissenshungrigen geballte Information zu den stoffgebundenen Süchten wie Rauchen, Alkohol (auf deren Konto die überwältigende Mehrheit der Schweizer „Drogentoten“ geht), Cannabis und Partydrogen. Veranschaulicht werden sie durch praktische Beispiele, wie sie Jugendarbeiter Lukas Beerli aus dem grossen Fundus seines Berufsalltags schöpft, oder durch die Rauchmaschine, welche Sabine Jenny, Mitarbeiterin von wuweg und in der Glarner Lungenliga, mitgebracht hat.  

 

Am späteren Vormittag geht es mehr um die Alltagssüchte. Nach einer Wahrnehmungsübung mit sehr langsamem Genuss von Schokolade setzen sich die Lernenden mit dem Unterschied zwischen Genuss, Missbrauch und Sucht auseinander. Das wuweg-Team zeigt den sogenannten „Suchtsack“, einen Rucksack mit typischen Alltagsgegenständen wie z.B. Handy, Fernbedienung, Pommes Chips. Die Jugendlichen sollen überlegen, für welche Verhaltenweise ein Gegenstand steht. Genuss oder schon Sucht? „Genau hier hakt es bei vielen ein“, erklärt Lukas Beerli, der das Projekt in der Pilotphase mitentwickelt hat: „sie merken: man kann mit einer Sache sehr verschieden umgehen.“ Am Nachmittag geht es darum herauszufinden, welche Risiko- und Schutzfaktoren es gibt. Der Einfluss des sozialen Umfelds wird in Theaterszenen beleuchtet – und die Entwicklung von Auswegen aus einer Suchtgefahr erörtert. Was hilft? „Sich und seine wahren Bedürfnisse kennenlernen, Selbstachtung, Mut zum Nein sagen, Probleme angehen statt verdrängen “, - entdecken die Jugendlichen. Und sind damit vielleicht sogar manchem Erwachsenen voraus.