Deal or no deal - 2Ra

Berichterstattung "Südostschweiz"

«Die Fernseherfahrung zählt»

Fast wären es über 48 000 Franken gewesen, welche die Glarner Schulklasse 2Ra in der Fernsehsendung Deal or No Deal am Mittwoch erspielte. Am Schluss blieben 2500 Franken – für einen guten Zweck und die Klassenkasse. 

 

Von Maya Rhyner

 

«Deeeeal» schreit es durchs Fernsehstudio. «Nooooo Deaaaal», rufen andere. Dominik Waldvogel, Realschüler aus dem Oberstufenschulhaus Buchholz in Glarus, sitzt auf dem Stuhl neben Deal-or-No-Deal-Moderator Roman Kilchsperger. 48 700 Franken stehen im Angebot.

Ein kurzer Blick zu Lehrer Müller, der in der ersten Reihe zusammen mit den Klassenkameraden im Studio sitzt. Und nach einer kurzen Denkpause sagt der 14-Jährige bestimmt: «No deal». Denn die 250 000 Franken, der Höchstbetrag in der Zokker-Sendung des Schweizer Fernsehens am Mittwochabend, ist immer noch im Spiel.

 

«Wir waren schon enttäuscht»

Doch die nächste Runde lässt den Traum der Klasse platzen. «Als die 250 000 Franken gerade im nächsten Koffer drin waren und die Chance auf einen grossen Gewinn dahin, waren wir schon enttäuscht», erzählen die Schüler am Tag nach der Ausstrahlung. Sie hätten halt so viel wie möglich gewinnen wollen, «deshalb habe ich auch no deal gesagt», so Dominik Waldvogel.

Denn vom eigentlichen Gewinn – so die Regel in der Weihnachts-Spezialsendung– werden 90 Prozent an eine gemeinnützige Organisation gespendet, nur 10 Prozent bleiben für die Klassenkasse. Dennoch erspielen sie sich am Schluss 2500 Franken, wovon 250 Franken der Klasse gehören. «Wir sind mit nichts gekommen und haben jetzt immerhin das», sagen sie unisono.

 

Für die Aufzeichnung nach Zürich

Neben der Erfahrung, wie es ist, um so viel Geld zu spielen und immer noch ein bisschen mehr zu wollen, haben die Schüler vor allem eins mit nach Hause genommen: Die Fernseherfahrung. «Das Erlebnis stand im Vordergrund», sind sie sich einig. «Es war super, einmal im Fernsehen zu sein, zu sehen, wie alles abläuft und wie klein das Studio ist», erzählt etwa Schülerin Laura Zorrilla. Oder auch das Einüben, wann sie zu klatschen hätten oder ruhig sein müssten, sei spannend gewesen.

Im Oktober war die Klasse für die Aufzeichnung nach Zürich gereist. Dass die Sendung nicht live war, habe ihn etwas beruhigt, erzählt Dominik Waldvogel. «Sonst wäre ich am Anfang noch nervöser gewesen. So gings.»  Bei Roman Kilchsperger zu sitzen, sei aber nicht so speziell gewesen. «Er ist ja kein grosser Popstar oder so», schmunzelt er.

 

Neun Schulhäuser angeschrieben

Neun Schulhäuser in neun verschiedenen Kantonen habe das Schweizer Fernsehen angeschrieben, so Lehrer Joseph Müller. «Dass Glarus auch dabei war, ist wohl Zufall.» Man habe dann im Schulhaus Buchholz besprochen, welche Klasse gehen möchte. «Der Run war aber nicht so gross, doch unsere Klasse war begeistert.»

So machten die Schüler sich daran, demokratisch auszuwählen, welche drei Kandidaten sie in der Spielshow ins Rennen schicken wollten. Dass sie prompt das Finale erreichten, hätten sie nicht gedacht. «Nur schon das ist super. Vor allem auch, weil die anderen acht Klassen Sekundarstufe waren», freuen sie sich.

Die 250 Franken, die vom Gewinn für die Klasse bleiben, wollen sie auf die Seite legen und später einmal an einen Ausflug beisteuern. Die restlichen 2250 Franken gehen an die Stiftung «Denk an mich», welche Ferien für Behinderte ermöglicht. «Und da hat sich etwas Schönes ergeben», sagt Lehrer Müller. Die Stiftung habe sie als Dank für den Zustupf eingeladen, ein Behinderten-Lager zu besuchen. Die Klasse jubelt, als sie davon hört.